Theater Wolfsburg

Transit

ein Theaterstück von Paul Binnerts nach dem Roman von Anna Seghers

Es ist das Stück der Stunde, ein Theater zur aktuellen Lage. Anna Seghers aus eigenem, schlimmen Erleben entstandener Roman „Transit“ ist aber 1940/41 in Marseille verankert, wo die verschiedensten Menschen stranden die nur eint, dass sie alle Krieg und Verfolgung entkommen wollen, und auf eine Ausreise hoffen.

... stell dir vor du hast es  erreicht, dein Visum, dein Transit, du bist reisefertig, hast dich von deinen Liebsten verabschiedet, dein Leben hinter dich geworfen und dann verweigert man Dir den Ausreisestempel...So geht es vielen, die 1940 in Marseille gestrandet sind. Ein buntes internationales Gemisch aus Fremdenlegionären, Deserteuren, Spitzeln, Schleppern und Verzweifelten auf der Suche nach einem Glas Roten, einem Visum, einen Platz zum Aufwärmen und Geschäfte zu machen. Was wird nicht alles  angeboten im Tausch für das begehrte Schiffspapier. Schreie im Hotel! Razzia! Bilder aus dem Film „Casablanca“ werden wach. Und inmitten dieser Wirren ein Mann, der die Identität eines Toten annimmt, um an Papiere zu kommen und seine Suche nach einer jungen Frau, die er noch nicht kennt, sich aber sofort in sie verliebt.

Die Schauspieler bedienen sich der Technik des „Real Time Acting", die der Regisseur Paul Binnerts mit und aus seiner jahrzehntelangen Arbeit heraus entwickelt hat, um den Schauspielern zu ermöglichen, aus sich  s e l b s t  heraus, als Heutige, Geschichten, die eine Autorin geschrieben hat und die sich vor Jahrzehnten ereignet haben könnten, erzählen, spielen, eben als „empirische Personen” nachgestalten zu können. („Empirisch” heißt hier, keine gefälschten, vorgetäuschten Personen vorstellen, die so tun, als wären sie andere als die, die gerade auf der Bühne stehen.) Sie wechseln dabei ihre Standorte, ihre Rollen, und, wenn nötig, die dazugehörigen Kostüme, oder die Symbole davon. Die Geschichten des Romans werden nicht chronologisch-linear erzählt/gespielt, sondern folgen aufeinander wie Fotographien aus einem Erinnerungsalbum, sprung- und bruchstückhaft und durchzogen und verstärkt von Musik-, Tanz- und choreographischen Elementen, von Bild-/Video- und einander überlagernden und kommentierenden Text-Passagen. So entsteht das authentische Panorama von einem zeitlos zu nennenden Flüchtlingsdasein und eine vielschichtige Inszenierung, die sich mit dem epochalen Roman „Transit” der Anna Seghers vermischen zu einem „Kunstwerk von unentwirrbarer und verwirrender Struktur, deren Zentrum die Figur des Ich-Erzählers bildet, die genauso kunstvoll zusammengesetzt ist wie die ganze Geschichte”.

Der in New York ansässige und arbeitende  holländische Regisseur Paul Binnerts, der mit seiner  Inszenierung „Allein das Meer“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, hat nun mit einem 9 köpfigen Ensemble bestehend aus den beiden Frankfurter Theatergruppen mit den Bildern aus dem Filmklassiker mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart im Kopf und den täglichen tragischen Meldungen untergehender Flüchtlingsboote unserer Tage, diesen ungemein spannenden und erschreckend aktuell gebliebenen Roman für die Bühne umgesetzt.

Bühnenrechte: Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH, Berlin

mit Andreas Wellano, Angelika Sieburg, Willy Praml, Birgit Heuser, Michael Weber, Sam Michelson, Verena Specht-Ronique, Reinhold Behling und Jakob Gail
Inszenierung: Paul Binnerts

Hier können Sie sich einen Ausschnitt aus der Inszenierung ansehen >>

Koproduktion Wu Wei Theater Frankfurt, Theater Willy Praml, Kulturamt / Theater Idar-Oberstein

Bildnachweis: Seweryn Zelazny

Termine Spielort Karten
Do 30.03.2017
um 20.00 Uhr
bis ca. 22.55 Uhr
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