Newsletter November 2019

Aktuelle Veranstaltungen und Termine

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Scharoun Theater Wolfsburg!

Das Novemberprogramm des Scharoun Theaters Wolfsburg zeichnet sich durch eine höhere Vorstellungsanzahl als gewohnt aus. Das liegt vorrangig am diesjährigen Weihnachtsmärchen „Der Zauberer von Oz" - ein Stoff für Groß und Klein! Das Titellied aus dem Filmklassiker mit Judy Garland kennen Sie bestimmt: "Somewhere over the rainbow"... Das Märchen spielen wir vom 21.11. bis 22.12. mehrmals täglich, die Proben und Bühnenarbeiten haben bereits begonnen. Über Facebook www.facebook.com/Theater.Wolfsburg/ informieren wir Sie übrigens regelmäßig über den Stand der Proben und wissenswertes Hintergründiges! Schauen Sie doch mal rein ...

Gleich zum Monatsanfang bieten wir Ihnen zur Tanzvorstellung von „#JeSuis" am Freitag, 01. November ein attraktives Rahmenprogramm: es gibt sowohl ein Vorgespräch als auch ein Nachgespräch zum Stück zusammen mit den Künstlern und zudem eine Ausstellung zum Thema "Unterdrückung" im Foyer des Scharoun Theaters. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich mit den Künstlern und den Inhalten des gezeigten Stückes im direkten Austausch auseinanderzusetzen.

Und etwas ganz Großes kommt auf uns zu: an zwei Abenden zeigt das Altonaer Theater Hamburg zwei Teile der gefeierten Kempowski-Saga. Walter Kempowski (1929–2007) erzählt den Niedergang des deutschen Bürgertums während des 20. Jahrhunderts und benutzt in einer Mischung aus Dokumentation und Fiktion seine eigene Familiengeschichte. „Aus großer Zeit” ist der erste Teil dieser Serie. Am zweiten Tag folgt die Fortsetzung mit „Tadellöser & Wolff“.

Und neu im Programm und absolut empfehlenswert sind Schauspieler Ulrich Noethen und das delian::quartett: „Wer des Feuers bedarf, such's unter der Asche."  - Eine literarisch-musikalische Reise am 07.11.2019, die noch zusammen mit dem großartigen Bruno Ganz kreiert wurde! Darin schlagen sie eine Brücke vom Heute ins Damals und geben dem Orient den Zauber und die Magie zurück, die ihm in unserer Vorstellung verlorengegangen sein mögen.

Der Monat November endet schließlich mit einer Doppelvorstellung der höchst aufwändigen Musical-Produktion und aufregenden und ballettreichen Gershwin-Hommage „Ein Amerikaner in Paris"  - absolut sehens- und hörenswert!

Und aus aktuellem traurigen Anlass, dem Angriff auf die Synagoge in Halle Mitte Oktober, möchten wir Sie bereits jetzt auf ein großes und großartiges Projekt in Wolfsburg Ende Januar 2020 hinweisen: „Memoria", ein Erinnerungsprojekt von und mit Eyal Lerner und mit einer Vielzahl junger Menschen aus Wolfsburger Schulen und Bildungsinstitutionen, ab 15 Jahren. Der Eintritt zu beiden Vorstellungen ist frei! Das Projekt ist eine Kooperation mit VW, der IG Metall Wolfsburg, der Italienischen Konsularagentur Wolfsburg, dem Theaterring Wolfsburg, der Stadt Wolfsburg und weiteren Partnern.

Und natürlich können Sie auch wieder an unserem Gewinnspiel teilnehmen und 10 x 2 Freikarten gewinnen, diesmal für das A-Cappella-Konzert von „The Cast".

Wir freuen uns wie immer auf Sie und sehen uns im Theater!

Ihr Team des Scharoun Theater Wolfsburg


Schauspiel

Die Kempowski-Saga Teil 1: Aus großer Zeit

Nach den Romanen „Aus großer Zeit“ und „Schöne Aussicht“ von Walter Kempowski

Karl, Sohn des wohlhabenden Rostocker Reeders Robert William Kempowski, lernt 1913 Grethe de Bonsac kennen, deren Familie von anderer Art ist als die des jungen Mannes: ordentlich und fromm. Ihre zarte Liebesgeschichte wird vom Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen. Drei Kinder kommen, unter ihnen auch Walter Kempowski. Ihre Schulzeit fällt in die Jahre der Weimarer Republik, in denen Deutschlands Verhängnis seinen Anfang nimmt. Von dieser Familie und allen, die ihren Weg kreuzen, erzählt Kempowski in den ersten Teilen seiner JahrhundertChronik mit der Genauigkeit, dem Humor und der leichten Ironie, wie sie nur ihm zu eigen sind.

Kempowski (1929–2007) erzählt den Niedergang des deutschen Bürgertums während des 20. Jahrhunderts und benutzt in einer Mischung aus Dokumentation und Fiktion seine eigene Familiengeschichte. „Aus großer Zeit” ist der erste Teil dieser Serie. Am morgigen Montag, 04. November, folgt hier im Scharoun Theater die Fortsetzung mit „Tadellöser & Wolff“.

Altonaer Theater, Hamburg; mit Tobias Dürr, Ute Geske, Detlef Heydorn, Dirk Hoener, Johan  Richter, Anne Schieber, Philip Spreen, Nadja Wünsche; Lutz Rademacher; Inszenierung: Axel Schneider (Fotos: G2 Baraniak)

So, 03.11.2019, 18.00 Uhr Großes Haus

Die Kempowski-Saga Teil 2: Tadellöser & Wolff

Nach dem gleichnamigen Roman von Walter Kempowski

Im Roman „Tadellöser & Wolff“ verarbeitet Kempowski Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend während der Jahre 1938 bis 1945. „Tadellöser & Wolff“ sagte Walter Kempowskis Vater dann, wenn er etwas gut fand, ebenso wie er bei verdrießlichen Anlässen „Miesnitzdörfer & Jenssen“ sagte. Und als „Miesnitzdörfer“ lässt sich in der Zeit von 1938 bis 1945 wahrhaftig vieles bezeichnen. Eine Zeit lang geht es den Kempowskis gut in diesen ereignisreichen Jahren – bis ihre gemütliche Gedankenlosigkeit von der gesellschaftspolitischen Katastrophe eingeholt wird. Exemplarisch beschreibt Kempowski den Niedergang des deutschen Bürgertums anhand seiner eigenen Familiengeschichte.

In Konfrontation privater Idylle mit der politischen Realität wirft der Roman Fragen nach dem Verhalten des Bürgertums in Zeiten von Krieg und Diktatur auf. Er dokumentiert das Versagen einer ganzen sozialen Schicht, die der existenziellen Bedrohung nichts entgegenzusetzen weiß.

Altonaer Theater, Hamburg; mit Johan Richter, Philip Spreen, Nadja Wünsche, Dirk Hoener,  Katrin Gerken, Anne Schieber,  Detlef Heydorn, Ute Geske und Tobias Dürr; Inszenierung: Axel Schneider (Fotos: G2 Baraniak)

Mo, 04.11.2019, 19.30 Uhr Großes Haus


TIPP: Literarisch-musikalische Reise

Ulrich Noethen und das delian::quartett: "Wer des Feuers bedarf, such's unter der Asche."

Vor drei Jahren hatte das Scharoun Theater Wolfsburg den vor kurze verstorbenen, großartigen Schauspieler Bruno Ganz mit einer wunderbaren Konzert-Lesung zu Gast. Vor seinem Tod im Februar dieses Jahres hatte der mit vielen Preisen hochdekorierte Schweizer Mime wieder zusammen mit dem Delianquartett ein letztes gemeinsames Projekt entwickelt. Die Musiker schreiben dazu:

„Wir haben uns entschlossen, dieses wunderbar zarte, poetische Programm über den Orient weiterhin anzubieten und Bruno Ganz auf diese Weise noch ein Weilchen bei uns zu behalten. Das bezaubernde Orient-Projekt unseres delian::quartetts hat Bruno Ganz unter größtem Engagement noch zusammen mit uns kreiert, konnte es aber nicht mehr selbst auf die Bühne bringen. Wie er sagte, steckt sein Herz darin. Dies ist vielleicht das schönste Lesungsprojekt unter den stets besonderen unseres Ensembles und zweifellos etwas Kostbares in der musikalisch-literarischen Landschaft.“

Seit jeher ist der Orient Gegenstand unserer Träume, Sehnsüchte und Leidenschaften gewesen. Ob die amüsanten Weisheiten des persischen Dichters und Universalgelehrten Omar Khayyam, die Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht, die Betrachtungen des Gelehrten und Mystikers Rumi, ob Wunderlampen und fliegende Teppiche, prachtvolle Paläste oder sagenhafte Schätze – seit Jahrhunderten faszinieren und inspirieren die morgenländischen Kulturen Literaten, Philosophen und Künstler des Abendlandes über Beethoven oder Goethe bis in die Gegenwart. Hören wir aber dieser Tage von Städten wie Palmyra, Aleppo, Teheran oder Istanbul, so haben wir andere Bilder vor Augen…

Ulrich Noethen und das delian::quartett laden ein zu einer liebevoll gestalteten literarisch-musikalischen Reise: Geleitet durch Mathias Énards preisgekrönten Roman „Kompass“, schlagen sie eine Brücke vom Heute ins Damals und geben dem Orient den Zauber und die Magie zurück, die ihm in unserer Vorstellung verlorengegangen sein mögen.

Ulrich Noethen ist einer der führenden deutschen Charakterdarsteller in Film und Fernsehen und war in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen zu erleben, unter anderem in „Gripsholm2 (2000), „Der Untergang“ (2004), „Die Unsichtbare“ (2010), „Hannah Arendt“ (2011), „Das Tagebuch der Anne Frank“ (2016), als Fritz Bauer in „Die Akte General“ (2015) und als Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch in „Charité 2“ (2019).

delian::quartett: Adrian Pinzaru (Violine), Andreas Moscho (Violine), Lara Albesano (Viola), Hendrik Blumenroth (Violoncello); Ulrich Noethen, Lesung; Bruno Ganz und delian::quartett, Dramaturgie und Konzeption (Fotos: Ulrich Noethen: Marion van der Mehden; delian::quartett: Archiv)

Do, 07.11.2019, 19.30 Uhr Großes Haus


A-Cappella-Konzert

The Cast: Weihnachtssterne in der Oper

Hochkarätige Stimmen und glänzende Unterhaltung – wenn diese Opern-Band auf die Bühne kommt, dann glüht der Saal. Egal ob jung, ob alt, Klassikliebhaber oder Menschen, die bisher Popkonzerte der Oper vorgezogen haben: „The Cast“ lassen jeden Abend zu einem mitreißenden Feuerwerk an Begeisterung und Freude werden. Und das auf weltweitem Spitzenniveau. Fernab jeder steifen Etikette haben die aus den USA, Kanada, Chile, China und Deutschland stammenden Künstler ein winterliches Programm kreiert, das klassische Weihnachtslieder ebenso zum Funkeln bringt wie winterliche Klassiker. Witzig, sympathisch und nahbar zeigen sie sich, wenn sie die prall gefüllte Schatulle ihrer Winter-Edition öffnen … Weihnachten mit Verdi, Puccini und „The Cast“: Ein glitzerndes Vergnügen für alle, denen in der Oper schon immer der Spaß fehlte.

The Cast (Fotos: Robert Douglass)

Mi, 27.11.2019, 19.30 Uhr Großes Haus


Gewinnspiel

10 x 2 Karten zu gewinnen

Wir verlosen 10 x 2 Karten für das A-Cappella-Konzert „The Cast: Weihnachtssterne in der Oper“ am Mittwoch, 27. November 2019 um 19.30 Uhr im Großen Haus des Scharoun Theater Wolfsburg. Schicken Sie Ihre Antwort auf folgende Gewinnspielfrage bis einschließlich Donnerstag, 21. November 2019 an christian.maedler@theater.wolfsburg.de:

Auf welcher Seite wird "The Cast" in unserem aktuellen Spielzeitheft angekündigt?


Weihnachtsmärchen nach dem Kinderbuch von Lyman Frank Baum, ab 4 Jahren

Der Zauberer von Oz

Ein Wirbelsturm trägt die kleine Dorothy Gayle und ihren Hund Toto mitsamt dem Farmhaus in das magische Land Oz. Dort landen sie auf einer Wiese im Land der Munchkins und begraben aus Versehen die böse Hexe des Ostens unter dem Haus. Zum Dank zeigen ihr die Munchkins und die gute Hexe des Nordens den Weg zur Smaragdstadt, in der der Zauberer von Oz lebt, der ihr ihre Rückkehr nach Hause ermöglichen kann. Verzweifelt macht sich Dorothy auf den Weg voller Gefahren und Abenteuer, verfolgt von der bösen Hexe des Westens, die ihr die roten Zauberschuhe abnehmen will, die sie von der guten Hexe zum Dank erhalten hat. Doch findet sie schnell neue Freunde und Verbündete: eine Vogelscheuche, einen Blechmann und einen Löwen. Gemeinsam schaffen sie das schier Unmögliche, und ganz nebenbei entstehen neue Freundschaften ...

Ein zauberhaftes Märchen für Jung und Alt über Mut, Freundschaft und vor allem den Glauben an sich selbst!

Scharoun Theater Wolfsburg, Inszenierung: Rainer Steinkamp; Deutsche Fassung: Sandra Keck; Musik: Stefan Hiller (Foto: Julie Lemke)

Do, 21.11.2019, 10.00 Uhr Großes Haus PREMIERE

und fast täglich bis zum 22.12.2019 Diese Termine entnehmen Sie bitte den Sonderveröffentlichungen oder unserer website www.theater.wolfsburg.de


Vorschau: Ein Erinnerungsprojekt von und mit Eyal Lerner und mir jungen Menschen aus Wolfsburger

Memoria

Erinnern … nicht nur für einen Tag

Eine musikalisch-theatrale Veranstaltung über jüdische Kultur und über die brutale Verfolgung durch die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten – speziell aufbereitet für Wolfsburg und auf die Bühne gebracht von jungen Menschen aus lokalen Bildungseinrichtungen mit Schauspiel, Musik und Tanz. Angeleitet werden sie dabei von Eyal Lerner, der aus Israel stammt und seit mehr als 20 Jahren in Italien lebt.

Die Mittel des Theaters und der Theaterpädagogik sind hervorragend geeignet, die Erinnerung an die Zeit des Holocaust partizipativ zu gestalten. Die Beteiligten entdecken dabei neue Ausdrucksfähigkeiten und intellektuelle Kapazitäten. Sie lernen den Umgang mit Emotionen und ihren Mitmenschen und sind stellvertretend Zeug*innen des Gedenkprozesses.

Eine aktive Erinnerung, insbesondere an den Holocaust, die Zeit des Faschismus und den Widerstand, hilft nicht nur die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden, es erzeugt auch die Verpflichtung ein neues Miteinander zu entwickeln, das von menschlicher Nähe, Empathie und Achtsamkeit gekennzeichnet ist.

„Eine Initiative, die möglichst vielen Menschen zeigen möchte, dass neue didaktische Modelle Zuversicht in die Zukunft wecken können“ (Eyal Lerner, Entwurf und künstlerische Leitung)

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben!

Scharoun Theater Wolfsburg in Kooperation mit: IG Metall Wolfsburg, Italienischer Konsularagentur Wolfsburg, Theaterring Wolfsburg, Stadt Wolfsburg, Medienzentrum Wolfsburg, Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation Wolfsburg, Volkswagen - Abteilung historische Kommunikation (Fotos: Luigi Zucca)

Di, 28.01.2020, 19.00 Uhr Großes Haus

Mi, 29.01.2020, 10.00 Uhr Großes Haus

Der Eintritt ist frei!

Interview mit Judith Jungk, Theaterpädagogin im Jungen Theater des Scharoun Theater Wolfsburg und Projektleiterin „Memoria“ am 17. Oktober 2019

Wie ist das Scharoun Theater auf dieses Projekt aufmerksam geworden?

Der Initiator des Projektes, Eyal Lerner, hatte vor ca. zwei Jahren ein Projekt an der Leonardo da Vinci Schule Wolfsburg durchgeführt und dort den Leiter des Jungen Theaters, Bernd Upadek, kennengelernt. Lerner, der jahrelang in Italien lebte, trat an ihn heran mit der Bitte, sein bislang nur in Italien aufgeführtes Projekt „Memoria – Erinnern…nicht nur für einen Tag“ auch in Wolfsburg umsetzen zu dürfen.

Warum hat sich das Scharoun Theater dieses Projektes angenommen?

Das Scharoun Theater Wolfsburg positioniert sich mit der Durchführung dieses Projektes ganz klar gegen Antisemitismus, gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung allgemein. Mit diesem Projektthema kann - und das sollte die Aufgabe eines jeden Theaters sein – das Scharoun Theater versuchen, in die Wolfsburger Gesellschaft politisch einzuwirken und Denkanstöße zu liefern.

Aufgrund des aktuellen rechtsextremistischen Vorfalls in Halle – dem Angriff auf die dortige Synagoge – hat das Projekt nicht nur an trauriger Aktualität gewonnen, sondern wird mit seinem sensiblen Inhalt mehr denn je zu einer dringlichen Notwendigkeit.

Was macht dieses Projekt so spannend?

Eyal Lerner beschäftigt sich in seinem Projekt „Memoria“ mit der Geschichte des jüdischen Volkes im Allgemeinen und dessen Situation während des Nazi-Faschismus. Die Bearbeitung dieser Themen sollen zur Demokratieförderung und Präventation (vor allem hinsichtlich Antisemitismus) maßgeblich beitragen. Dabei spielt zum einen der soziale Gedanke eine wichtige Rolle: Eyal Lerner wendet sich hinsichtlich der Mitwirkung an seinem Projekt bewusst und direkt an junge Menschen. Insgesamt acht Schulen wirken an diesem Projekt mit, innerhalb dessen sich viele Schüler*innen begegnen, um sich mit den angesprochenen Themenkomplexen kreativ auseinanderzusetzen und mit einer gemeinsamen Stimme zu einem Projektergebnis zu finden. Der Prozess ist ebenso wichtiger Bestandteil des Projektes wie dessen Ergebnis. Hinzu kommt ein kultureller Gedanke: Junge Menschen sind aufgefordert, sich im Rahmen dieses Projektes mit historischen Themen, der jüdischen Kultur, der damit verbundenen deutschen Vergangenheit sowie Gegenwart und ihrer eigenen persönlichen Verantwortung auseinanderzusetzen. Nicht zuletzt ist Theater die geeignete Plattform, junge Menschen zu binden und ihnen mit theatralen Mitteln geschichtliche Aspekte zu vermitteln.

Welche Partner konnten für dieses Projekt gewonnen werden?

Das Projekt sollte ganz klar einen starken Bezug zur Stadt Wolfsburg haben. Aus diesem Grund wurden hiesige Institutionen sowohl in finanzieller als auch beratender Hinsicht mit eingebunden, darunter die IG Metall Wolfsburg, der Theaterring Wolfsburg, die Italienische Konsularagentur Wolfsburg, und auch Bildungsinstitutionen wie das Medienzentrum sowie das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg für die historische Begleitung des Projektes. Nicht zuletzt auch die Abteilung der historischen Kommunikation bei Volkswagen, die mit ihrer Dokumentation über das Leben jüdischer und italienischer Zwangsarbeiter einen wichtigen Beitrag zur inhaltlichen Verortung des Projektes in Wolfsburg beiträgt. Die WMG Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH begleitet die Öffentlichkeitsarbeit für dieses Projekt. Und schließlich arbeiten wir mit zahlreichen Wolfsburger Schulen zusammen, die die Akteur*innen stellen.

Das Projekt wird maßgeblich gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben!

Wie setzt sich das mitwirkende Ensemble des Projektes zusammen?

Das Ensemble besteht aus einer Vielzahl von Schüler*innen aus insgesamt acht Wolfsburger Schulen aller Formen. Gearbeitet wird sowohl musikalisch als auch szenisch, vor allem aber interdisziplinär, denn unter den Darsteller*innen sind gleichermaßen Tänzer*innen, Musiker*innen, Schauspieler*innen, aber auch Personen, die Texte rezitieren werden. Begleitet wird der gelernte Blockflötist Eyal Lerner übrigens vom Orchester der Neuen Schule Wolfsburg. Das Projekt ist darüber hinaus multimedial angelegt, die musikalischen Passagen werden durch Bild- und Filmeinspielungen auf großer Leinwand ergänzt.

Was bleibt von dem Projekt nach den beiden Aufführungen im Januar 2020?

Das Projekt „Memoria“ sollte zu einer nachhaltigen Marke werden, die in seiner Tragweite als „Vision“ in anderen Städten unserer Republik zur Aufführung kommen könnte. Das Scharoun Theater Wolfsburg als Veranstalter könnte auf seine projektbezogenen Erfahrungswerte zurückgreifen und gleichzeitig das bestehende Netzwerk in der Theaterlandschaft zur Kontaktaufnahme mit anderen Theaterhäusern nutzen. Das Projekt könnte ebenso wie in Wolfsburg auch auf andere Städte und deren Historie zugeschnitten werden und dadurch seine Aktualität behaupten, indem es identifikationsstiftend in die breite Zivilgesellschaft der jeweiligen Stadt hineinwirkt.

Da Wolfsburg Austragungsort der Erstaufführung in Deutschland ist, ergibt sich für die Stadt und für das Scharoun Theater natürlich ein Image-Mehrwert als Impulsgeber für Folgeprojekte in anderen Städten.

Und es gibt Überlegungen, diese „Erinnerungskultur“ in weiteren Projekten und möglicherweise in Theaterinszenierungen fortzuführen.


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