Theater Wolfsburg

Ulrich Noethen und das delian::quartett: "Wer des Feuers bedarf, such's unter der Asche."

literarisch-musikalische Reise; NEU IM PROGRAMM!

Vor drei Jahren hatte das Scharoun Theater Wolfsburg den vor kurze verstorbenen, großartigen Schauspieler Bruno Ganz mit einer wunderbaren Konzert-Lesung zu Gast. Vor seinem Tod im Februar dieses Jahres hatte der mit vielen Preisen hochdekorierte Schweizer Mime wieder zusammen mit dem Delianquartett ein letztes gemeinsames Projekt entwickelt. Die Musiker schreiben dazu:

„Wir haben uns entschlossen, dieses wunderbar zarte, poetische Programm über den Orient weiterhin anzubieten und Bruno Ganz auf diese Weise noch ein Weilchen bei uns zu behalten. Das bezaubernde Orient-Projekt unseres delian::quartetts hat Bruno Ganz unter größtem Engagement noch zusammen mit uns kreiert, konnte es aber nicht mehr selbst auf die Bühne bringen. Wie er sagte, steckt sein Herz darin. Dies ist vielleicht das schönste Lesungsprojekt unter den stets besonderen unseres Ensembles und zweifellos etwas Kostbares in der musikalisch-literarischen Landschaft.“

Seit jeher ist der Orient Gegenstand unserer Träume, Sehnsüchte und Leidenschaften gewesen. Ob die amüsanten Weisheiten des persischen Dichters und Universalgelehrten Omar Khayyam, die Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht, die Betrachtungen des Gelehrten und Mystikers Rumi, ob Wunderlampen und fliegende Teppiche, prachtvolle Paläste oder sagenhafte Schätze – seit Jahrhunderten faszinieren und inspirieren die morgenländischen Kulturen Literaten, Philosophen und Künstler des Abendlandes über Beethoven oder Goethe bis in die Gegenwart. Hören wir aber dieser Tage von Städten wie Palmyra, Aleppo, Teheran oder Istanbul, so haben wir andere Bilder vor Augen…

Ulrich Noethen und das delian::quartett laden ein zu einer liebevoll gestalteten literarisch-musikalischen Reise: Geleitet durch Mathias Énards preisgekrönten Roman „Kompass“, schlagen sie eine Brücke vom Heute ins Damals und geben dem Orient den Zauber und die Magie zurück, die ihm in unserer Vorstellung verlorengegangen sein mögen.

delian::quartett: Adrian Pinzaru (Violine), Andreas Moscho (Violine), Lara Albesano (Viola), Hendrik Blumenroth (Violoncello)

Ulrich Noethen, Lesung

Bruno Ganz und delian::quartett, Dramaturgie und Konzeption

Programm:

Musik: Peyman Yazdanian  In Love aus „White Nights“

Text:    Mathias Enard  aus „Kompass“ *: Über Archäologie

Musik: Henry Purcell  Pavane g-Moll Z. 752

Text:    Mathias Enard  aus „Kompass“ *: Istanbul

Musik: Dmitri Shostakovich  Dinner Music aus „Hamlet“ op. 32 (1932)

Text:    Mathias Enard  aus „Kompass“ *: Aleppo

Musik: Claudio Monteverdi   Sì ch’io vorrei morire (da Madrigali, Libro IV)

für Streichquartett verarbeitet durch Stefano Pierini

Text:    Mathias Enard   aus „Kompass“ *: Wüste

Musik: Dmitri Shostakovich   Lullaby aus „Hamlet“ op. 32 (1932)

Sarabande aus „Die Menschliche Komödie“ op. 37

Text:    Mathias Enard   aus „Kompass“ *: Im Beduinenzelt

Musik: Debussy     Clair de Lune   (arr. Martin U. Hoffmann)

--------- Pause ---------

Musik: Ludwig v. Beethoven  Türkischer Marsch (arr. Martin U. Hoffmann)

Text:    Mathias Enard   aus „Kompass“ *: Goethe

Johann W. v. Goethe  aus „West-östlicher Divan“: Gingo Biloba, Mahomet

Omar Khayyam  zwei Gedichte

Musik: Joseph Haydn   Presto aus Streichquartett Es-Dur op. 33 Nr. 2 Hob. III:38

Text:    Johann W. v. Goethe  aus „West-östlicher Divan“: Timur

            Claudia Ott  aus „Tausendundeine Nacht, Das glückliche Ende“ **:  Der Geizhals

Der Einäugige und der Esel

Musik: Alfred Schnittke Polka (arr. Sergei Dreznin)

Text:    Claudia Ott  aus „Tausendundeine Nacht, Das glückliche Ende“ **: Wahre Gastfreundschaft                              

Musik: Nikolai Rimski-Korsakow  Themen aus „Scheherazade“ (arr. Martin U. Hoffmann)

Text:    Mathias Enard   aus „Kompass“ *: Teheran

Musik: Peyman Yazdanian  In Love aus „White Nights“

Text:    Dschalal ad-Din Muhammad Rumi   Meditation

Musik: Peyman Yazdanian   Thema aus „White Nights“

* Mathias Enard, Kompass, aus dem Französischen übersetzt von Holger Fock, Sabine Müller, © Carl Hanser Verlag München 2016

** Ott, Claudia, Tausendundeine Nacht, Das glückliche Ende. Verlag C.H.Beck, München 2016

Ulrich Noethen ist einer der führenden deutschen Charakterdarsteller in Film und Fernsehen. Nach seinem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart führten ihn Theaterengagements unter anderem nach Freiburg, Köln und Berlin. Er arbeitete mit Regisseuren wie Frank Castorf, Hans Neuenfels und Thomas Langhoff und hinterließ durch seine Rollen in Inszenierungen wie „Hamlet“, „Faust“, „Die Wildente“ und „Ein Sommernachtstraum“ bleibenden Eindruck. Einem breiten Kinopublikum wurde er durch seine Darstellung des A-Cappella-Sängers Harry Frommermann im erfolgreichen Film „Comedian Harmonists“ bekannt. Für diese Rolle wurde er mit dem Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller (1998) ausgezeichnet. In den darauffolgenden Jahren war er in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen zu erleben, unter anderem in „Gripsholm2 (2000), „Der Untergang“ (2004), „Die Unsichtbare“ (2010), „Hannah Arendt“ (2011), „Das Tagebuch der Anne Frank“ (2016), als Fritz Bauer in „Die Akte General“ (2015) und als Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch in „Charité 2“ (2019). Für seine zahlreichen Rollen wurde er mit Auszeichnungen wie dem Bayerischen Filmpreis, dem Deutschen Fernsehpreis (2006), der Goldenen Kamera (2006), dem Adolf-Grimme-Preis (2009 und 2010) sowie dem Deutschen Schauspielerpreis (2012) geehrt. Ulrich Noethen ist darüber hinaus ein renommierter Hörbuchsprecher, für seine Lesung des Romans „Nackter Mann, der brennt“ von Friedrich Ani erhielt er 2017 den Deutschen Hörbuchpreis.

Der Namenspatron des delian::quartetts ist der griechische Gott Apollon, der als Gott der schönen Künste, der Musen, besonders der Musik, verehrt und nach seinem Geburtsort, der Insel Delos, auch Delian genannt wurde. „Was das Quartett auszeichnet“, so der Hessische Rundfunk, „ist zum einen die absolut lebendige, persönliche Färbung seiner Interpretationen und die Fähigkeit, auch spontan auf das einzugehen, was vom Publikum entgegengebracht wird, dessen Schwingungen und Energien aufzunehmen und in Musik umzusetzen. Jedes Konzert wird damit zu einem einzigartigen Erlebnis.

Bereits im Jahr seiner Gründung 2007 öffneten sich dem delian::quartett die Türen der großen Häuser und bedeutenden Festspiele. Das Echo auf jene ersten Konzerte katapultierte es „praktisch über Nacht“ (Die Rheinpfalz) mitten in die internationale Konzertwelt. Das Debüt des delian::quartetts 2009 in der Berliner Philharmonie entfachte wahre Begeisterungsstürme und wurde bereits nach dem Eröffnungsstück mit stehenden Ovationen aufgenommen. Seither verzeichnet das Ensemble von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierte Auftritte in ganz Europa und – als Kulturbotschafter des Goethe-Instituts – bis nach Afrika. Seine Gastspiele führen es dabei an Spielorte wie Konzerthaus Berlin, Alte Oper Frankfurt, Prinzregenten-Theater München, Konzerthaus und Musikverein Wien, Tonhalle Zürich, Beethovenfest Bonn, Kissinger Sommer, Ludwigsburger Schloßfestspiele, Meraner Musikwochen, Rheingau Musik Festival, Schleswig-Holstein Musik Festival, Schubertiade Roskilde und viele mehr.

Seine unkonventionelle und beziehungsreiche Programmgestaltung macht viele der Delian-Projekte zum „Ereignis“ (Bonner General-Anzeiger) und „Faszinosum“ (Frankfurter Neue Presse). Beachtung finden regelmäßig die „atemberaubenden Interpretationen“ (Ostthüringer Zeitung) des Quartetts, die wie „eine Neugeburt aus dem Geist der Musik“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) wirkten, ebenso wie seine unverwechselbare Ensemble-Persönlichkeit: eine „wundervolle Klanglichkeit und erstaunliche Plastizität der Strukturen“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), angesichts derer aber dennoch stets gelte: „Wahrheit geht hier vor Schönheit“ (Der Tagesspiegel).

Eine rege Zusammenarbeit verbindet das delian::quartett mit verschiedenen Rundfunkanstalten wie SWR, HR, WDR, Catalunya Música, Radio France, Danmarks Radio, BR, SR, ORF oder Deutschlandfunk, die Live-Mitschnitte seiner Auftritte übertrugen, den „Spitzenwein delian::quartett“ (Radio France) in diversen Portrait-Sendungen präsentierten oder die CDs des Ensembles koproduzierten. Die Einspielungen des Quartetts für das Label OehmsClassics belegten Top-Plätze in den Klassikcharts und wurden als „subtle and rewarding performance“ (the Strad) mit „Höchstnoten auf der gesamten Linie“ (Klassik Heute) ausgezeichnet. Sie waren CD-Tips verschiedener Rundfunkanstalten und wurden mehrfach in die Album Selection der Lufthansa gewählt. Die auf die Debüt-CD des delian::quartetts mit Werken von Robert Schumann folgende Platte mit Musik Joseph Haydns erhielt eine Nominierung für den Echo Klassik 2010; weitere Einspielungen portraitieren die Komponisten Ludwig van Beethoven und Dmitri Shostakovich. Die bejubelte Darbietung des delian::quartetts zusammen mit Liza Ferschtman und Benjamin Moser von Chaussons Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett op. 21 wurde 2018 als Live-Mitschnitt in die Jubiläums-Edition Klavier-Festival Ruhr aufgenommen. Im selben Jahr erschien die aktuelle Doppel-CD „Cantai“ des Ensembles mit Bachs „Kunst der Fuge“ und Pierinis für das delian::quartett geschriebenem Werk „Cantai un tempo…“. Jene Einspielung, die „uns die gesamte überwältigende Komplexität der Musik eröffnet und uns mitnimmt auf einen atemberaubenden intellektuellen Ritt, der sowohl die Klarheit des musikalischen Gedankens vermittelt als auch ein Gefühl der Freude“ (MusicWeb International), erhielt eine Nominierung für den OPUS KLASSIK 2019.

Ein großes Engagement des delian::quartetts gilt der Erweiterung des Repertoires. Es gestaltete die Uraufführung von Werken der Komponisten Alberto Colla, Per Arne Glorvigen, Gabriel Iranyi, Christian Jost, Stefano Pierini und Uljas Pulkkis; die meisten jener Kompositionen sind ihm zugeeignet. 2019 widmete Aribert Reimann dem delian::quartett und der Sopranistin Claudia Barainsky seine Bearbeitung von Schumanns Liedzyklus „Frauenliebe und -leben“. Bereicherung und zusätzliche Inspiration erfährt die musikalische Arbeit des delian::quartetts durch das regelmäßige Zusammenwirken mit anderen Künstlern von internationalem Rang in erweiterter Besetzung. Unter den Gästen des Ensembles sind und waren unter anderen Gilles Apap, Fabio Bidini, Measha Brueggergosman, Gérard Caussé, die Deutsche Kammerakademie Neuss, Stella Doufexis, Andreas Frölich, Pavel Gililov, Bernd Glemser, Per Arne Glorvigen, das Henschel-Quartett, Ralph Manno, Sergei Nakariakov, Ulrich Noethen, Menahem Pressler, Dora Schwarzberg, Ulrich Tukur oder Anatol Ugorski. Mit dem großen Schauspieler Bruno Ganz teilten die Delians bis zu seinem Tod 2019 zehn Jahre ihrer künstlerischen Laufbahn in verschiedenen aufsehenerregenden Lesungsprojekten.

Seit 2017 verbindet die Mitglieder des delian::quartetts als Pirastro-Artists eine Partnerschaft mit dem renommierten Saitenhersteller. Adrian Pinzaru spielt eine Violine von Giovanni Battista Rogeri, großzügig weitergereicht durch Christine Anderson; Andreas Moschos Violine von Giovanni Francesco Pressenda ist eine weitherzige Dauerleihgabe der Paderborner Familien Lödige und Jacoby.

delian::quartett

Bildnachweis: delian::quartett: Archiv; Ulrich Noethen: Marion van der Mehden

Termine Spielort Karten
Do 07.11.2019
um 19.30 Uhr
bis ca. 21.30 Uhr
» ics Großes Haus

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