Theater Wolfsburg

Staatsorchester Braunschweig: "Gratulation"

Konzert

Beethovens 3. Sinfonie markiert einen Wendepunkt in der Musikgeschichte, sie ist das Musterwerk für den „neuen Weg“, für das sinfonische Ideal der „heroischen Periode“. Man kann die Sinfonie gleichermaßen sowohl als poetisches Tongemälde, das um die Sujets Heldentum (damit verbunden Napoleon Bonaparte), Revolution, Menschwerdung als auch als „avantgardistisches Experiment eines Komponierens, das die Gesetze der musikalischen Form erweitert und neu bestimmt, hören. Für eine programmatische Deutungsweise sprechen die Tonfälle der französischen Revolutionsmusik mit verstärktem, signalhaften Bläsereinsatz, der im „Marcia funebre“ (Trauermarsch) direkte Verweis auf die ab 1789 in Frankreich gebräuchliche Form der Totenehrung oder auch der thematische sowie formale Zusammenhang mit Beethovens 1801 entstandenem Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus“. Letztere Querverbindung spricht dann doch eher für eine politische, außermusikalische Interpretation, denn der Bezug von diesem allegorischen Ballett zu Napoleon ist unstrittig. Möglicherweise vereint die „Eroica“ genau zwei widersprüchlichen Bereiche - eine politisch motivierte Tonpoesie einerseits und ein ambitioniertes Formexperiment andererseits: das revolutionäre Sujet und die revolutionäre Form sind vermittelt. In diesem Spannungsverhältnis liegt vielleicht das Besondere und Neue der 3. Sinfonie.

Das politische Europa der Jahre nach 1918 war in einem starken Wandel begriffen. Während auch die musikalische Moderne immer neue stilistische Wendungen und Revolutionen vollzog (Impressionismus, Atonalität, Expressionismus und Neoklassizismus lösten einander ab), blieb Korngold im Wesentlichen dem Stil der Jahrhundertwende treu, ähnlich wie sein Kollege Richard Strauss. Obwohl der Film zur Haupteinnahmequelle des Komponisten wurde, beschäftigte sich Korngold weiterhin mit anderen Kompositionen, ohne etwas zu veröffentlichen. An seinem Violinkonzert in D-Dur op. 35 arbeitete er über einen recht langen Zeitraum. Erste Skizzen entstanden bereits in den Jahren 1937 bis 1939. Fertig wurde es allerdings erst 1945. Wie in fast allen Konzertwerken, die Erich Wolfgang Korngold in diesen Jahren komponierte, finden sich auch im Violinkonzert Themen aus seinen Filmmusiken.

Programm:

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55

Erich Wolfgang Korngold: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35

Solist: Josef Ziga, Violine

Dirigent: Srba Dinic

 

Konzerteinführung: 15.15 Uhr und 19.15 Uhr, Großes Haus (Martin Weller)

Freitag, 18. Dezember 2020, 16.00 Uhr und 20.00 Uhr, Großes Haus

Staatsorchester Braunschweig

Bildnachweis: Björn Hickmann

Termine Spielort Karten
Fr 18.12.2020
um 16.00 Uhr
» ics Großes Haus Vorstellung fällt leider aus!
Fr 18.12.2020
um 20.00 Uhr
» ics Großes Haus Vorstellung fällt leider aus!

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