Theater Wolfsburg

Staatsorchester Braunschweig: "Verklärte Nacht"

Konzert

Antonín Dvořáks Streicherserenaden E-Dur op. 22 und d-Moll op. 44 enstanden 1875 bzw. 1878. Anknüpfend an die aus dem späten 18. Jahrhundert stammende Gattungstradition lieferte Dvořák damit zwei originelle Beiträge zum Typus der Streicher - bzw. der ursprünglich als Freiluftmusik gedachten Bläserserenade. Beide Werke sind eher als größer besetzte Kammermusiken denn als Orchesterwerke anzusehen.

Arnold Schönberg hatte bereits die Arbeiten an zwei sinfonischen Dichtungen abgebrochen und versuchte sich an einem dritten Stück dieses Genres. In nur drei Wochen Ende des Jahres 1899 komponierte er das Streichsextett "Verklärte Nacht", sein bis dahin umfangreichstes Werk. Erst 1917 schrieb er eine Fassung für ein komplettes Schtreichorchester und revidierte diese 1943 noch einmal. Als literarische Vorlage diente das gleichnamige Gedicht aus der Sammlung "Weib und Welt" von Richard Dehmel aus dem Jahr 1896, dessen Lyrik er in einigen frühen Liedern bereits vertont hatte. Schönberg war so begeistert von Dehmel, dass er mit ihm - allerdings ohne Erfolg - auch wegen eines Opernlibrettos korrespondierte. 

Die "Verklärte Nacht" ist eine typische Komposition der Spätromantik in all ihrem expressiven Überschwang und greift stilistisch mit ihrem dichten kontrapunktische Motivgeflecht an Wagners Oper "Trsitan und Isolde" an, deren ambivalente Alterationsharmonik Schönberg weiterentwickelt und übersteigert hat. Es wurde wegen seiner wagnerschen Diktion und der gewagten harmonischen Verläufe von der Jury des Wiener Tonkünstlervereins abgelehnt. Die Uraufführung 1902 im Kleinen Musikvereinssaal musste schließlich von den Intrerpreten durchgesetzt werden und wurde zum ersten Wiener Schönberg-Skandal, dem auch Anton Webern beiwohnte. Sowohl Presse als auch Publikum reagierten mit Unverständnis, kritisierten allerdings weniger die Musik als das Sujet bzw. Thema der künstlerischen Gestaltung, das man als musikalisch nicht durchführbar erachtete. Immerhin hat Schönberg auf sich aufmerksam gemacht und das Stück im selben Jahr in Berlin aufgeführt. Heutzutage gehört "Verklärte Nacht" insebsondere in der Streichorchesterfassung von 1917 zu Schönbergs meistgespielten Werken.

Seit vielen Jahren konzertiert Maike Krullmann sowohl als Solistin in den verschiedensten Besetzungen als auch mit clair-obscur in ganz Europa und den USA, u. a. in der New Yorker Carnegie-Hall, beim MDR-Sinfonieorchester, dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin, beim Schleswig-Holstein Musikfestival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und in der Tonhalle Düsseldorf. Seit 1998 wirkt sie regelmäßig bei den Berliner Philharmonikern mit. Zahlreiche CD-Produktionen sowie Radioübertragungen beim Deutschlandfunk, Norddeutschen Rundfunk und MDR begleiten ihr künstlerisches Schaffen.

Dirigent: Srba Dinić

Saxophon: Maike Krullmann

Programm:

Arnold Schönberg "Verklärte Nacht" op.4

Alexander Glasunow Konzert Es-Dur für Saxofon und Streichorchester op.109a

Antonín Dvořák Serenade für Streichorchester E-Dur op.22

Zu dieser Veranstaltung bieten wir Ihnen eine Einführung um 15.15 Uhr und um 19.15 Uhr im Großen Haus an!

Staatsorchester Braunschweig

Bildnachweis: Björn Hickman Stage Picture, Boris Streubel

Termine Spielort Karten
Fr 25.09.2020
um 16.00 Uhr
bis ca. 17.15 Uhr
» ics Großes Haus
Fr 25.09.2020
um 20.00 Uhr
bis ca. 21.15 Uhr
» ics Großes Haus

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Karteninfo

Verehrtes Publikum,

Karten können Sie in unserer Theaterkasse, Porschestraße 41D von Di-Fr von 10-18 Uhr und Samstag von 10-14 Uhr erhalten. Oder richten Sie Ihre Kartenwünsche an karten@theater.wolfsburg.de oder telefonisch an 05361 2673-38.

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