Theater Wolfsburg

Memoria

Ein Erinnerungsprojekt von und mit Eyal Lerner. Freier Eintritt!

Erinnern … nicht nur für einen Tag

Eine musikalisch-theatrale Veranstaltung über jüdische Kultur und über die brutale Verfolgung durch die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten – speziell aufbereitet für Wolfsburg und auf die Bühne gebracht von jungen Menschen aus lokalen Bildungseinrichtungen mit Schauspiel, Musik und Tanz. Angeleitet werden sie dabei von Eyal Lerner, der aus Israel stammt und seit mehr als 20 Jahren in Italien lebt.

Die Mittel des Theaters und der Theaterpädagogik sind hervorragend geeignet, die Erinnerung an die Zeit des Holocaust partizipativ zu gestalten. Die Beteiligten entdecken dabei neue Ausdrucksfähigkeiten und intellektuelle Kapazitäten. Sie lernen den Umgang mit Emotionen und ihren Mitmenschen und sind stellvertretend Zeug*innen des Gedenkprozesses.

Eine aktive Erinnerung, insbesondere an den Holocaust, die Zeit des Faschismus und den Widerstand, hilft nicht nur die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden, es erzeugt auch die Verpflichtung ein neues Miteinander zu entwickeln, das von menschlicher Nähe, Empathie und Achtsamkeit gekennzeichnet ist.

„Eine Initiative, die möglichst vielen Menschen zeigen möchte, dass neue didaktische Modelle Zuversicht in die Zukunft wecken können“ (Eyal Lerner, Entwurf und künstlerische Leitung)

Der Eintritt ist frei.

Ab 15 Jahren, Dauer: ca. 90 Minuten

Mit Eyal Lerner und jungen Menschen aus Wolfsburger Schulen und Bildungsinstitutionen
Scharoun Theater Wolfsburg

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben!

In Kooperation mit: IG Metall Wolfsburg, Italienischer Konsularagentur Wolfsburg, Theaterring Wolfsburg, Stadt Wolfsburg, Medienzentrum Wolfsburg, Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation Wolfsburg, Volkswagen - Abteilung historische Kommunikation

Interview mit Judith Jungk, Theaterpädagogin im Jungen Theater des Scharoun Theater Wolfsburg und Projektleiterin „Memoria“ am 17. Oktober 2019

Wie ist das Scharoun Theater auf dieses Projekt aufmerksam geworden?

Der Initiator des Projektes, Eyal Lerner, hatte vor ca. zwei Jahren ein Projekt an der Leonardo da Vinci Schule Wolfsburg durchgeführt und dort den Leiter des Jungen Theaters, Bernd Upadek, kennengelernt. Lerner, der jahrelang in Italien lebte, trat an ihn heran mit der Bitte, sein bislang nur in Italien aufgeführtes Projekt „Memoria – Erinnern…nicht nur für einen Tag“ auch in Wolfsburg umsetzen zu dürfen.

Warum hat sich das Scharoun Theater dieses Projektes angenommen?

Das Scharoun Theater Wolfsburg positioniert sich mit der Durchführung dieses Projektes ganz klar gegen Antisemitismus, gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung allgemein. Mit diesem Projektthema kann - und das sollte die Aufgabe eines jeden Theaters sein – das Scharoun Theater versuchen, in die Wolfsburger Gesellschaft politisch einzuwirken und Denkanstöße zu liefern.

Aufgrund des aktuellen rechtsextremistischen Vorfalls in Halle – dem Angriff auf die dortige Synagoge – hat das Projekt nicht nur an trauriger Aktualität gewonnen, sondern wird mit seinem sensiblen Inhalt mehr denn je zu einer dringlichen Notwendigkeit.

Was macht dieses Projekt so spannend?

Eyal Lerner beschäftigt sich in seinem Projekt „Memoria“ mit der Geschichte des jüdischen Volkes im Allgemeinen und dessen Situation während des Nazi-Faschismus. Die Bearbeitung dieser Themen sollen zur Demokratieförderung und Präventation (vor allem hinsichtlich Antisemitismus) maßgeblich beitragen. Dabei spielt zum einen der soziale Gedanke eine wichtige Rolle: Eyal Lerner wendet sich hinsichtlich der Mitwirkung an seinem Projekt bewusst und direkt an junge Menschen. Insgesamt acht Schulen wirken an diesem Projekt mit, innerhalb dessen sich viele Schüler*innen begegnen, um sich mit den angesprochenen Themenkomplexen kreativ auseinanderzusetzen und mit einer gemeinsamen Stimme zu einem Projektergebnis zu finden. Der Prozess ist ebenso wichtiger Bestandteil des Projektes wie dessen Ergebnis. Hinzu kommt ein kultureller Gedanke: Junge Menschen sind aufgefordert, sich im Rahmen dieses Projektes mit historischen Themen, der jüdischen Kultur, der damit verbundenen deutschen Vergangenheit sowie Gegenwart und ihrer eigenen persönlichen Verantwortung auseinanderzusetzen. Nicht zuletzt ist Theater die geeignete Plattform, junge Menschen zu binden und ihnen mit theatralen Mitteln geschichtliche Aspekte zu vermitteln.

Welche Partner konnten für dieses Projekt gewonnen werden?

Das Projekt sollte ganz klar einen starken Bezug zur Stadt Wolfsburg haben. Aus diesem Grund wurden hiesige Institutionen sowohl in finanzieller als auch beratender Hinsicht mit eingebunden, darunter die IG Metall Wolfsburg, der Theaterring Wolfsburg, die Italienische Konsularagentur Wolfsburg, und auch Bildungsinstitutionen wie das Medienzentrum sowie das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg für die historische Begleitung des Projektes. Nicht zuletzt auch die Abteilung der historischen Kommunikation bei Volkswagen, die mit ihrer Dokumentation über das Leben jüdischer und italienischer Zwangsarbeiter einen wichtigen Beitrag zur inhaltlichen Verortung des Projektes in Wolfsburg beiträgt. Die WMG Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH begleitet die Öffentlichkeitsarbeit für dieses Projekt. Und schließlich arbeiten wir mit zahlreichen Wolfsburger Schulen zusammen, die die Akteur*innen stellen.

Das Projekt wird maßgeblich gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben!

Wie setzt sich das mitwirkende Ensemble des Projektes zusammen?

Das Ensemble besteht aus einer Vielzahl von Schüler*innen aus insgesamt acht Wolfsburger Schulen aller Formen. Gearbeitet wird sowohl musikalisch als auch szenisch, vor allem aber interdisziplinär, denn unter den Darsteller*innen sind gleichermaßen Tänzer*innen, Musiker*innen, Schauspieler*innen, aber auch Personen, die Texte rezitieren werden. Begleitet wird der gelernte Blockflötist Eyal Lerner übrigens vom Orchester der Neuen Schule Wolfsburg. Das Projekt ist darüber hinaus multimedial angelegt, die musikalischen Passagen werden durch Bild- und Filmeinspielungen auf großer Leinwand ergänzt.

Was bleibt von dem Projekt nach den beiden Aufführungen im Januar 2020?

Das Projekt „Memoria“ sollte zu einer nachhaltigen Marke werden, die in seiner Tragweite als „Vision“ in anderen Städten unserer Republik zur Aufführung kommen könnte. Das Scharoun Theater Wolfsburg als Veranstalter könnte auf seine projektbezogenen Erfahrungswerte zurückgreifen und gleichzeitig das bestehende Netzwerk in der Theaterlandschaft zur Kontaktaufnahme mit anderen Theaterhäusern nutzen. Das Projekt könnte ebenso wie in Wolfsburg auch auf andere Städte und deren Historie zugeschnitten werden und dadurch seine Aktualität behaupten, indem es identifikationsstiftend in die breite Zivilgesellschaft der jeweiligen Stadt hineinwirkt.

Da Wolfsburg Austragungsort der Erstaufführung in Deutschland ist, ergibt sich für die Stadt und für das Scharoun Theater natürlich ein Image-Mehrwert als Impulsgeber für Folgeprojekte in anderen Städten.

Und es gibt Überlegungen, diese „Erinnerungskultur“ in weiteren Projekten und möglicherweise in Theaterinszenierungen fortzuführen.

Scharoun Theater Wolfsburg; gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben!

Termine Spielort Karten
Di 28.01.2020
um 19.00 Uhr
bis ca. 20.30 Uhr
» ics Großes Haus

Da es sich um eine kostenfreie Veranstaltung handelt, reservieren Sie sich Ihre Plätze bitte über die Theaterkasse, Porschestraße 41 D, Telefon: 05361-26 73 38 (Di - Fr 10 - 18 Uhr, Sa 10 - 14 Uhr)

oder per E-Mail: karten@theater.wolfsburg.de

Karteninfo
Mi 29.01.2020
um 10.00 Uhr
bis ca. 11.30 Uhr
» ics Großes Haus

Kartenwünsche für diese Veranstaltung richten Sie bitte direkt an:

 

liane.dannies@theater.wolfsburg.de

 

oder telefonisch 05361-26 73 13

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Karteninfo

Verehrte Theaterbesucher,

der Kartenfreiverkauf sowie der Online-Kartenverkauf startet ab Dienstag, 13. August 2019!

Karten können Sie dann online bestellen sowie in unserer Theaterkasse, Porschestraße 41D von Di bis Fr von 10-18 Uhr und Samstag von 10-14 Uhr erhalten.

Richten Sie Ihre Kartenwünsche bitte an karten@theater.wolfsburg.de oder telefonisch an 05361 2673-38.