Theater Wolfsburg

Sebastian Koch liest "Die Kreutzersonate"

Lesung nach Leo N. Tolstoi

Leo Tolstoi schildert in seiner Novelle eine Ehe, in der aufgrund der moralischen Ansichten des Mannes keine vertrauensvolle Partnerschaft entstehen kann. Anhaltendes gegenseitiges Misstrauen vergiftet die Lebensgemeinschaft. Und der krankhafte Argwohn des Ehemannes gipfelt in einem finalen Eifersuchtsanfall …

In einfacher Umgangssprache berichtet der Erzähler während einer Eisenbahnfahrt einem Mitreisenden über sein Eheschicksal; seine äußerungen über das Zusammenleben der Geschlechter, über das Weibliche im Allgemeinen und insbesondere über seine Frau, die er ermordet hat, sind von brutaler Offenheit. Da es sich um ein Verbrechen ‚aus Leidenschaft’ handelte, hatte das Gericht ihm mildernde Umstände zugesprochen.

Dass „Die Kreutzersonate” in der russischen Literaturgeschichte zu den umstrittensten Werken gehört, liegt auch an Tolstois frauenfeindlicher Haltung und seiner demonstrativen Asexualität. Im Sexus sieht er das größte Hindernis auf dem Weg zu (s)einem religiösen Ideal, in dem der Mensch allein in der  Liebe zu Gott und zum Nächsten lebt. Nach Tolstois Moralgesetzen sollten Mann und Frau auch in der Ehe auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Mit Sebastian Koch, Rezitation; Erik Schumann, Violine; Anna Buchberger, Klavier

Bildnachweis: Mathias Bothor

Termine Spielort Karten
Do 17.12.2020
um 19.30 Uhr
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