Der Menschenfeind

Der Menschenfeind

Komödie von Molière; Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens

Großes Haus

Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Haus, um von ihr ein klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen, auf eine Gesellschaft, die bei Hof ein- und ausgeht und deren formvollendete Umgangsformen er als verlogen und geheuchelt ablehnt. Alceste ist allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf eine Welt, zu der er gehört, wie sie zu ihm. Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und Weltflucht.

Vermutlich ist „Der Menschenfeind“ Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwigs XIV. angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, wusste Molière, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Der berühmte Komödienautor durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Auf der anderen Seite wusste er um den natürlichen Egoismus des Menschen und sah das Erfordernis eines gesellschaftlichen Vertrages. Doch wie sähe ein solcher optimalerweise aus?

„Ernsthaft und komisch zugleich; mit lässig ausgespieltem Witz und tiefer liegendem Erkenntnispotenzial. Da kann man [...] punktuell durchaus mal die dreieinhalb Jahrhunderte vergessen, die uns von Molière trennen. Und das, obwohl hier in gereimten Versen (nach der Übersetzung von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens) debattiert wird.“ (Der Tagesspiegel)

Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Luft-Preis 2020! Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2020 sowie zum Hamburger Theater Festival 2020.

„Überhaupt ist die Inszenierung niemals altmodisch. Im Gegenteil. Das Bühnenbild, treibende Clubmusik und das Licht als Requisit saugen die Zuschauer in das Geschehen.“ (rbb Kultur)

„Der Menschenfeind erzählt von dem missmutigen, aller gesellschaftlichen Etikette abschwörenden Eiferer und Kritikaster Alceste. Aber es ist auch – und das lernt man in dieser Inszenierung von Anne Lenk eindrucksvoll – genauso gut ein Stück über eine höchst unabhängige, wendige Frau. Célimène heißt sie, ist jung verwitwet, und wird nun von einer ganzen Heerschar von Galanen, unter ihnen Alceste, umschwirrt. […] Wenn Franziska Machens‘ Gothic-Queen Célimène ein ums andere Mal ihre Verehrer und Richtenden ins Leere laufen lässt, wenn sie ihre Selbstbestimmtheit gegen marode Sittlichkeitsideale behauptet, dann wird die Akzentuierung dieser Geschichte deutlich: vom Menschenfeind zum Männerfriedhof – oder wenigstens zum Männerpensionat.“ (nachtkritik.de)

Mit Ulrich Matthes, Manuel Harder, Franziska Machens, Lisa Hrdina, Judith Hofmann, Timo Weisschnur, Jeremy Mockridge, Elias Arens
Musik: Camill Jammal
Inszenierung: Anne Lenk

Deutsches Theater Berlin

TermineSpielortKarten
Fr 01.04.2022 19:30 Uhrics Großes Haus bestellen
Sa 02.04.2022 19:30 Uhrics Großes Haus bestellen