Tax for Free

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Scholz und Tschentscher geben einen aus und Michael Kohlhaas wundert sich

Hinterbühne

Das Theaterstück erzählt die Chronik eines politischen Skandals: Der Stadtstaat Hamburg fordert 2016 von der Privatbank M.M. Warburg & Co. 47 Millionen Euro Steuergeld zurück. Dieser Betrag wurde mutmaßlich durch Cum-Ex-Geschäfte zu Unrecht vom Fiskus erstattet. Dann jedoch trifft sich der Mitinhaber der Bank mit dem damaligen Ersten Bürgermeister Olaf Scholz. Innerhalb weniger Tage entscheidet sich die Finanzbehörde unter Senator Peter Tschentscher dazu, auf die Erstattung zu verzichten. Was damals besprochen wurde, will heute keiner mehr wissen.

Zeitsprung ins 16. Jahrhundert: Junker Wenzel von Tronka bringt Michael Kohlhaas zunächst wegen willkürlicher Steuern um zwei Pferde und verhindert mittels seiner Beziehungen zur Macht dessen Klage bei Gericht. Der Rosshändler Kohlhaas, Heinrich von Kleists „Don Quijote bürgerlicher Moral“ (Ernst Bloch), entfacht einen Krieg der Gerechtigkeit.

Gerahmt von Interviews mit Politiker:innen, Journalist:innen und Nichtregierungsorganisationen beschreibt die inszenierung anhand dokumentarischen Materials eindrucksvoll die Nähe von Finanzwirtschaft und Politik und stellt mit Rückgriff auf Heinrich von Kleists tragische Figur Michael Kohlhaas die Frage: Wann ist ein System so ungerecht, dass Bürger:innen sich wehren müssen?

Mit Jonas Anders, Ruth Marie Kröger, Günter Schaupp und Laura Uhlig
Inszenierung, Regie und Fassung: Helge Schmidt

Gefördert durch: Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Rosa Luxemburg Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, LICHTHOF Stiftung, Gemeinnützige Treuhandstelle Hamburg

Helge Schmidt und Team in Koproduktion mit dem LICHTHOF Theater Hamburg, dem asphalt Festival Düsseldorf und dem TD Berlin

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